Das Ensemble hautnah
Was denkt das Ensemble? Was war ihre Lieblingsszene? Das und noch viel mehr erfahrt ihr bei den Interviews
"Ich bin der Zirkusdirektor"
Schiller ist ja jetzt schon seit mehr als 200 Jahren tot. Wieso bringt man ihn trotzdem immer wieder auf die Bühne?
Schiller ist einer der besten, vielleicht sogar der beste deutschsprachige Theaterautor. Das ist Grund genug. Ich könnte jetzt lange darüber reden, warum er so gut ist, aber das ist einfach ein Weltmeister der Theaterliteratur. Alle anderen Probleme um Schiller entstehen dann sekundär, das heißt, dass die Stücke dann natürlich historisch verhaftet sind – wie auch Wilhelm Tell. Da muss man dann loslegen und sagen okay, wo findet man den Zugang zu dem Stück, um es auch heute relevant zu machen. Aber der erste Impuls ist eben, dass Schiller, wie ich finde, der beste Theaterautor ist.
Sie haben das Stück eigentlich schon letztes Jahr aufführen wollen. Dann kam leider die Corona-Pandemie. Was hat sich in dem Stück verändert, seit es an die Corona-Bedingungen angepasst werden musste?
Wir müssen unter Corona-Bedingungen die Aufführung quasi neu erfinden. Das heißt, wir müssen die ganzen Corona-Regeln einhalten: Zwei Meter Abstand der Spielerinnen und Spieler zueinander, kein Requisit darf von zwei Menschen benutzt werden, alles das, was angefasst wird, muss desinfiziert werden. Das sind so die Äußerlichkeiten. Darüber hinaus ist die Textfassung auch leicht verändert worden. Das heißt, es ist auch im Text in der Not der Schweizer von einer Seuche die Rede. Der Text ist eine Montage aus verschiedenen Texten, nicht nur Schiller. Da sind dann eben auch Elemente mit hineingeflossen, die über eine Seuche berichten, die offenbar vom Tier auf den Menschen übergesprungen ist. Somit gibt es einerseits im Text die Verweise, als auch die ganzen Äußerlichkeiten. Die Spielregeln sozusagen, unter denen wir arbeiten.
Was ist Ihre Aufgabe als Regisseur denn genau?
Ich bin der Zirkusdirektor. Ich schwinge die Peitschen. Viele Zuschauer denken immer, die Schauspieler machen das alles alleine, die sagen nur den Text auf, an der richtigen Stelle. Ein Regisseur muss zusammen mit seinem Team eine Grundherangehensweise an das Stück definieren. Gerade bei historisch verhafteten Stücken. Wo ist zum Beispiel der zeitgenössische Belang? Den muss man finden und herausarbeiten, indem man sich visuell ein Konzept überlegt. Das langweiligste ist, dass man die Leute einfach in zeitgenössische Kostüme steckt. Das ist dann die Billigvariante. Außerdem muss der Regisseur das in der Regel auch durch eine Textbearbeitung machen. So ein Stück wie Wilhelm Tell ist extrem bearbeitet. Zum einen hat das massiv mit Kürzungen zu tun, ganze Figurenstränge werde hier gar nicht gezeigt. Ein Regisseur macht also eine Textfassung zusammen mit dem Dramaturgen, er macht ein Bühnenbild zusammen mit der Bühnenbildnerin, er macht ein Kostümbild zusammen mit der Kostümbildnerin und er findet – und das ist die eigentliche, kleinteilige Probenarbeit – Vorgänge, die diesem Text quasi nachträglich Sinn geben und ihn ins Spiel bringen. Sonst hat man „Aufsage-Theater“ und das will man nicht sehen. Man muss das Gefühl vermitteln, dass die Leute etwas tun und bei der Gelegenheit aus Zufall etwas sagen. Dieses Tun muss man erfinden. Bei jeder Art von Theater erfinde ich quasi den Körper zum Text.
Wie entscheiden Sie denn, welche Textstellen Sie auslassen?
Das hat mit dem inhaltlichen Schwerpunkt zu tun. Ich kann das am Beispiel von Tell sagen. Der ganze Tell dauert fünf Stunden, wir spielen nur 90 Minuten. Da kann man sich ja schon einmal vorstellen, was da alles rausfliegt. Das ist das letzte Stück von Schiller. Räuber ist das erste. In einem Räuber Alter von 17, 18 Lenzen wütet er noch völlig undifferenziert gegen den Feudalismus. Und hier ist er 44 Jahre alt und war schon ein kranker Mann. Da zeigt er zum einen Gute und zum anderen Böse. Der Gessler ist der Böse, es gibt aber auch einen guten Feudalherrscher. Er macht 1804, wo die Leute noch im Feudalismus leben, die Debatte zwischen guten und schlechten Herrschern auf. Ohne, dass er das Feudalismus-System grundsätzlich angreift. Das ist heute alles nicht mehr interessant, es ist historisch überlaufen. Deswegen haben wir gesagt, dass wir den ganzen Strang des zweiten, guten Feudalherrschers herausnehmen. Außerdem hätten wir auch gar nicht genug Schauspieler, um alles spielen zu können.
Sie haben sich auch dazu entschieden, dass Raafat Daboul in seiner Rolle arabisch spricht. Wie sind Sie darauf gekommen?
Ich finde es erst einmal interessant, wenn jemand auf der Bühne arabisch redet und ich es zunächst nicht verstehe. Und dieser Baumgarten ist ja in der Anfangsszene total in Not. Er rennt um sein Leben, jede Sekunde könnte er erschossen werden. Dass er dann im Affekt, als Migrant, in seiner Muttersprache redet, ist irgendwie naheliegend. Wenn man in allergrößter Not ist, passt man ja nicht genau auf, was man sagt. Deshalb kann man so schön zwischen dem Arabischen und dem Deutschen wechseln. Oder auch wenn er total verträumt ist, wie auf dem Rütli. In solchen Momenten kann man das nutzen. Ich finde, es ist schließlich ein totaler Gewinn, wenn man jemanden hat der arabisch redet und dann auch noch Schauspieler ist. Da muss man jede Möglichkeit nutzen.
Was ist ihre persönliche Lieblinsgsszene?
Ich finde immer diese kräftigen Entscheidungen gut. Im Moment freue ich mich am meisten, glaube ich, auf die zwei Monologe. Jannike und Paul haben zwei Monologe, wo sie nur hinter dem Mikro stehen. Das ist es im Moment. Heute jedenfalls. Morgen ist das vielleicht schon wieder anders. Ich freue mich auch sehr auf die Dämonen, die sind so schön bescheuert und so schön seltsam albern. Eigentlich freue ich mich auf das Ganze. Ich kann nicht wirklich sagen, worauf am meisten.
Was ist denn der Gedanke hinter dem Bühnenbild - dem Kühlschrank und dem Wasserspender zum Beispiel?
Wir spielen in einer fortgeschrittenen, ökologischen Katastrophe. Das heißt, im Hintergrund sieht man immer dieses Bild der schönen, alten Schweiz. Da stehen die Figuren immer davor und schwärmen, wie schön die Schweiz früher war. Und was ist die Gegenwart? Der Grund auf dem ich stehe, ist vollkommen zerbrochen. Der Boden ist wie Eisschollen, die auseinandergebrochen sind, oder auch wie ein ausgetrocknetes Flussbett. Man merkt, wie die Schauspieler sich damit abquälen, das genau ist das Thema, dass sie keinen stabilen Untergrund mehr haben. Aus ökologischen Gründen. Wenn man so will, ist das eine Metapher. Die Möbelstücke sind dann Kunsträume dazu, damit man merkt, dass das kein realistischer Raum ist, bei dem man denkt, da wohnen die. Es ist ein zeichenhafter Raum, in den man hyperkonkrete Gestände, wie einen Kühlschrank stellt. Es ist übringes ein sehr alter Kühlschrank.
Finden Sie denn, dass Schillers Tell heute noch aktuell ist? Einem Mord, auch aus politischen Gründen, steht man heutzutage ja eher kritisch gegenüber
Da standen die Leute zu Schillers Zeiten auch kritisch zu. Schiller wirft genau die Frage auf. Ist ein Attentat auf einen objektiv bösen oder auch für die Gesellschaft gefährlichen Mann, ist der Mord gerechtfertigt? Ist der Mord an Adolf Hitler ein Verbrechen? Ist es ein Mord oder ein notwendiges Attentat? Das ist eine Frage, die ist ganz ganz schwer zu beantworten. In der Bibel steht, du sollst nicht töten. Soll man Hitler töten? Das Interessante war ja, dass Tell ganz lange Hitlers Lieblingsstück war. Er hat es sich ständig vorspielen lassen. Er hat immer gesagt, dass er Tell ist, der Befreier von der alten Herrschaft. Bis er gemerkt hat, dass er Gessler ist und vom Attentat bedroht war. Er hat Tell dann verboten, es durfte nicht mehr gespielt werden und auch nicht mehr in der Schule gelesen werden. Ist ein politischer Mord an einem, die Gesellschaft zu Grunde richtenden Menschen, gerechtfertigt? Diese Frage stellt Schiller und die lässt er auch offen. Tell selbst kommt mit diesem Mord überhaupt nicht zurecht. Er hat die Schweiz befreit, aber sich selbst dabei zerstört. Das ist eine vollkommen zeitlose Frage, die muss man ständig neu beantworten.
"Es gehört Fingerspitzengefühl dazu !"
Christina Schuman betreut als Souffleuse die Proben und Aufführungen von Wilhelm Tell. Zuvor hat sie am Rheinischen Landestheater Neuss gearbeitet und ist seit 2021 Teil des Theaters Krefeld und Mönchengladbach.
Wie wird man eigentlich Souffleuse?
Das ist eine Frage, die wahrscheine jede Souffleuse und jeder Souffleur anders beantwortet. Die meisten werden es aus Zufall. Bei mir war es so, dass ich im Theaterbereich als Stagemanger, also im Prinzip als Inspizient bei einem Tourneeunternehmen war. Das wurde irgendwann auf Dauer zu anstrengend, weil ich wirklich ständig auf Tournee war und das 8 Jahre lang. Dann habe ich aber gedacht, dass ich gerne weiter am Theater arbeiten möchte und habe mich einfach auf eine Stellenanzeige zur Souffleuse beworben, weil es kein Lehrberuf ist und ich dachte, ja dann, dann kann ich da auch rein. Eine Ausbildung dazu gibt es nicht und ich muss auch gestehen, dass ich nicht genau weiß, wie man jemanden als Souffleur oder Souffleuse ausbilden wollen würde. Da gehört Fingerspitzengefühl dazu, dass man einigermaßen laut und deutlich sprechen und vorlesen kann und ich glaube, dass auch immer ein bisschen Musikalität dazu gehört. Ich finde, ein Textbuch ist im Prinzip immer ein bisschen wie ein Notenwerk. Das liegt unter anderem daran, dass auch wir diese Proben brauchen, um zu gucken, wann welche Schauspieler und welche Schauspielerin wie eine Pause macht.
Was ist ihre Aufgabe bei den Proben genau?
Genau genommen helfe ich. Ich würde es als Hilfsangebot bezeichnen. Wenn ein Schauspieler auf der Bühne steht, dann ist es die eine Sache, ob er seinen Text auswendig vorlesen kann und die andere Sache, dass er plötzlich Aktionen dazu bringen muss. Ich glaube, das kennt jeder von sich selber, wenn man mal versucht ein Gedicht auswendig zu lernen und dann sagt plötzlich einer zu dir: "So, und jetzt machst du einen Handstand und sagst das Gedicht nochmal", dann wird die Hälfte des Gedichts, das vorher so hervorragend geklappt hat, weg sein. Da helfe ich einfach nach, meistens reicht da ein Wörtchen und dann weiß der Betroffene, wie es weitergeht.
Worauf achten Sie dann besonders?
Ich lerne gerade diese Schauspielkollegen alle neu kennen. Das ist auch ganz spannend. Körpersprache, das ist die eine Sache. Manchmal merkt man wirklich am Körper desjenigen, den man da anguckt, dass er ein Problemchen bekommt. Natürlich auch Sprechpausen, ich notiere mir zum Beispiel in meinem Buch, wie lang eine Pause in etwa ist, da habe ich so meine eigenen Markierungen, aus denen ich herauslesen kann, wie lange eine normale Pause ist. Ich weiß es ja auch ein bisschen, weil ich das ein paar Mal beobachtet habe. Außerdem gibt es Zeichen, manche Kollegen sagen dann zum Beispiel wirklich offensiv "Text!", manche haben die verrückte Idee und lassen sich irgendein anderes Wort einfallen, mit dem sie mich sozusagen zur Hilfe rufen. Wobei ich da immer sage "Vorsicht", im Zweifelsfall, wenn ihr wirklich einen Hänger habt, vergesst ihr auch das Wort.
Haben Sie manchmal Angst, dass Sie Ihren Einsatz verpassen?
Ja, die habe ich auf jeden Fall immer. Man ist die ganze Zeit hochkonzentriert und es gibt auch Stücke, ich weiß nicht, ob ich das auch für andere Kollegen in der Soufflage beantworten kann, da atmet man total mit. Ich habe sowieso die Tendenz, dass ich den Text halb innerlich, halb äußerlich mitflüstere. Ich hoffe immer darauf, dass das kein anderer hört. Und dann merke ich eben manchmal, wenn es zum Beispiel ein sehr textlastiges Stück ist, das einen ganz bestimmten Atemfluss hat, der oben auf der Bühne passiert und eine besondere Zauberwirkung auf das Publikum entfaltet, dass das die Stücke sind, die wirklich anstrengend sind. Ich als Souffleuse sitze da ja bis zu drei Stunden und muss die ganze Zeit mit dran sein. Der Schauspieler hat vielleicht noch das Glück, dass er nicht gerade die Hauptrolle hat und nur alle Viertelstunde mal auf der Bühne auftaucht. Ich mache das halt drei Stunden lang und habe dann manchmal so eine Schnappatmung danach.
Bekommen Sie während der Arbeit denn noch viel von dem Stück mit? Sie müssen sich ja sehr auf den Text konzentrieren.
Ja, das schon. Ich erlebe ja auch eben sechs bis acht Wochen Proben mit und kann mich da dann dementsprechend auch hineinarbeiten. Und man muss auch ganz klar sagen, ich finde, jede Vorstellung ist immer ein bisschen anders. Das ist wiederum das Coole. Manchmal fragen ja auch Zuschauer, "wird das nicht langweilig? Wie oft, haben Sie das denn jetzt schon gesehen?" Da kann man sagen: Nö. In der Regel wird es nicht langweilig, weil es eben kein Kinofilm ist, der jeden Abend genauso läuft, wie am Abend zuvor. Es ist eben jedes Mal eine besondere Vorstellung.
Was ist denn Ihre persönliche Lieblingsszene?
Ich muss gestehen, dass ich da noch gar keine richtige Lieblingsszene habe. Das kann ich im Moment noch nicht beantworten. Das hängt, glaube ich, ein bisschen davon ab, wann wir richtig in Durchläufen sind und das Stück immer mal wieder im Ablauf machen, dann werde ich wahrscheinlich an der einen oder anderen Stelle sagen: Ja, das ist jetzt meine Lieblingsszene. Aber bis jetzt, finde ich es durchgehend gut.
Welche Szene war denn aufgrund des Textes besonders schwierig für die Schauspieler und auch für Sie?
Schwierig sind, und das hat jetzt auch gar nichts mit Wilhelm Tell zu tun, aber auch da ist es mir jetzt schon aufgefallen, Szenen, bei denen besonders viele Leute beteiligt sind und auch sehr viele Leute Text haben. Das sind dann oft nur so kleine Sätze, da muss man wirklich sehr genau drauf achten, wann man dran ist, um das Ganze zum einen sehr im Fluss zu halten und zum anderen im Zweifelsfall, wenn ich souffliere, derjenige auch weiß, dass er gemeint und jetzt dran ist. Die Person muss sich ja angesprochen fühlen und nicht fünf andere oder halt gar keiner - im schlimmsten Fall.
Was war das lustigste Ereignis, das Sie bis jetzt bei den Proben erlebt haben?
Tatsächlich ist es genau das - dass man souffliert und ich einen Satz hereinrufe und dann lustiger Weise gerade für jemanden extra den Text reingelesen habe, der nicht da war und sich dann keiner angesprochen fühlt, wenn ich dann souffliere. Der Unterschied ist nicht zu hören, ich bin ja auch keine Schauspielerin. Alle oben auf der Bühne dachten, ich lese gerade die Rolle von dem anderen rein, aber eigentlich war einer von denen, die oben standen, gemeint.
Wo sitzen Sie dann während der Aufführung?
Soweit ich weiß, sitze ich in der ersten Reihe. Ich komme ja aus einem anderen Theater, an dem ich lange gearbeitet habe und da war es so, dass ich manchmal auch tatsächlich auf der Bühne saß, allerdings nicht zwischen den Schauspielern, sondern an der Seite im Portal. Das ist hier sehr schwierig, weil ich im Portal, hier nennen sie es glaube ich Rinne, genau genommen nicht weit genug vorne sitze. Ich müsste um die Ecke gucken, um noch mitzubekommen, was am Bühnenvorderrand läuft. Unter Corona-Bedingungen ist man ja auch ein bisschen eingeschränkt. Hier werde ich also meistens vorne, quasi im Publikum sitzen.
Wie oft müssen Sie denn dann während der Aufführungen noch helfen?
Das kann ich hier natürlich noch nicht so genau beurteilen, ich gehe aber ganz stark davon aus, dass es so ist, wie ich es kenne. Maximal jede vierte, fünfte Vorstellung und dann ist es ein kleines Wörtchen, weil das ja meistens schon reicht, um das anzustoßen, was jetzt kommt.
Wie verhindern Sie denn, dass das Publikum etwas davon mitbekommt?
Das geht aus der ersten Reihe im Prinzip gar nicht, eigentlich muss man das gnadenlos rein sagen. Ich habe aber gemerkt, dass das Publikum es oft einfach gar nicht mitbekommt. Es ist dafür natürlich praktischer, wenn man nicht im Publikum sitzt, dann hören sie es wirklich gar nicht. Da glaube ich immer, dass der Zuschauer zwar möglicherweise kurz ein falsches Wort gehört hat, wo er gedacht hat, "wo kommt das jetzt her?", aber das sofort wieder vergisst. In der ersten Reihe klar, da kann man es dann zuordnen, aber dadurch, dass ich ja nicht ins Publikum spreche, sondern vorne auf die Bühne, kriegt das maximal die Reihe hinter mir mit und alle anderen dann eigentlich schon nicht mehr.
Was ist das, was Sie an Ihrem Beruf faszinierendsten finden?
Ein bisschen, dass man das Mäuschen vom Dienst ist, das alles mitbekommt. Weil man eben auf jeder Probe sitzt, ob man will oder nicht und dadurch einfach sehr, sehr, sehr viel aufsaugen kann, von der ganzen Atmosphäre, wie der Regisseur mit den Schauspielern umgeht, wie die Schauspieler untereinander agieren und eben auch diesen Entstehungsprozess von vorne bis hinten mitzuerleben.
Und wie ist die Atmosphäre so bei Wilhelm Tell?
Super, ich kann wirklich nicht klagen. Ich wurde auch sehr freundlich aufgenommen und hatte auch irgendwie das Gefühl, dass alle sich darüber freuen, dass eine Souffleuse da ist. Die kennen sich natürlich auch untereinander, da ist jetzt kein neuer dabei. Und ich finde es total spannend, dass jetzt hier auch Tänzer mit eingearbeitet sind, davon habe ich tatsächlich noch nicht so viel gesehen, da macht die Souffleuse ja auch nicht so viel Sinn. Ich bin, wie gesagt, sehr gespannt auf das Endergebnis und auch auf die ersten Durchläufe, die so richtig funktionieren, weil wir das bis jetzt auf der Bühne noch nicht geschafft haben.